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Bandscheibenvorfall

Ein Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps) entsteht, wenn der gallertartige Kern (Nucleus pulposus) einer Bandscheibe durch den umgebenden Faserring (Anulus fibrosus) austritt und auf benachbarte Nervenwurzeln oder das Rückenmark drückt.

  • Häufigkeitsgipfel: 30–50 Jahre
  • Männer etwas häufiger betroffen als Frauen
  • Häufigste Lokalisation: Lendenwirbelsäule (L4/L5 und L5/S1)
  • Lumbal: Radikuläre Schmerzen ins Bein (Ischialgie), Sensibilitätsstörungen, ggf. Paresen
  • Zervikal: Schmerzen in Schulter und Arm (Brachialgie), Kribbelparästhesien
  • Notfall: Kaudasyndrom mit Blasen-/Mastdarmstörung → sofortige OP-Indikation
  1. Klinische Untersuchung (Lasègue-Zeichen, Reflexstatus, Kraftprüfung)
  2. MRT der betroffenen Wirbelsäulenregion (Goldstandard)
  3. CT bei Kontraindikation für MRT
  4. Elektrophysiologie (EMG/NLG) bei unklarem Befund
  • Kurzzeitige Schmerztherapie (NSAR, ggf. Opioide)
  • Physiotherapie und Bewegungstherapie
  • Periradikuläre Therapie (PRT) bei persistierenden Beschwerden
  • Indikation: Kaudasyndrom, progrediente Paresen, therapierefraktäre Schmerzen >6–12 Wochen
  • Verfahren: Mikrodiskektomie, endoskopische Nukleotomie

Die Mehrzahl der Patienten profitiert von konservativer Therapie. Nach operativer Behandlung zeigen sich in 85–95% der Fälle gute bis sehr gute Ergebnisse.


Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.