Bandscheibenvorfall
Definition
Abschnitt betitelt „Definition“Ein Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps) entsteht, wenn der gallertartige Kern (Nucleus pulposus) einer Bandscheibe durch den umgebenden Faserring (Anulus fibrosus) austritt und auf benachbarte Nervenwurzeln oder das Rückenmark drückt.
Epidemiologie
Abschnitt betitelt „Epidemiologie“- Häufigkeitsgipfel: 30–50 Jahre
- Männer etwas häufiger betroffen als Frauen
- Häufigste Lokalisation: Lendenwirbelsäule (L4/L5 und L5/S1)
Symptome
Abschnitt betitelt „Symptome“- Lumbal: Radikuläre Schmerzen ins Bein (Ischialgie), Sensibilitätsstörungen, ggf. Paresen
- Zervikal: Schmerzen in Schulter und Arm (Brachialgie), Kribbelparästhesien
- Notfall: Kaudasyndrom mit Blasen-/Mastdarmstörung → sofortige OP-Indikation
Diagnostik
Abschnitt betitelt „Diagnostik“- Klinische Untersuchung (Lasègue-Zeichen, Reflexstatus, Kraftprüfung)
- MRT der betroffenen Wirbelsäulenregion (Goldstandard)
- CT bei Kontraindikation für MRT
- Elektrophysiologie (EMG/NLG) bei unklarem Befund
Therapie
Abschnitt betitelt „Therapie“Konservativ (80–90% der Fälle)
Abschnitt betitelt „Konservativ (80–90% der Fälle)“- Kurzzeitige Schmerztherapie (NSAR, ggf. Opioide)
- Physiotherapie und Bewegungstherapie
- Periradikuläre Therapie (PRT) bei persistierenden Beschwerden
Operativ
Abschnitt betitelt „Operativ“- Indikation: Kaudasyndrom, progrediente Paresen, therapierefraktäre Schmerzen >6–12 Wochen
- Verfahren: Mikrodiskektomie, endoskopische Nukleotomie
Prognose
Abschnitt betitelt „Prognose“Die Mehrzahl der Patienten profitiert von konservativer Therapie. Nach operativer Behandlung zeigen sich in 85–95% der Fälle gute bis sehr gute Ergebnisse.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.